Kurznachrichten

GoBD – das Kürzer für Ihre Buchführungs-Kopfschmerzen!

Wissen Sie, wie Sie die per pdf übermittelte Rechnung Ihres Telefonproviders „revisionssicher“ machen? Sollten Sie als Freiberufler aber. Denn seit Anfang dieses Jahres ist die Übergangsfrist für die „Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ abgelaufen. Das dazu gehörige Kürzel GoBD macht die Sache nicht sympathischer und lässt vermuten, dass es Bürokraten waren, die sich das Ganze haben einfallen lassen.

Was da außer Ratlosigkeit noch bleibt, sind Informationen. Zum Beispiel von mir. Mit der Hoffnung, trotz dieser neuen Hürden die monatliche Auseinandersetzung mit dem Thema Freiberuflichkeit auf ein Minimum von nicht mehr als eine halbe Stunde zu reduzieren. Geht nicht? Doch! Und ich berichte in meinen Seminaren, Workshops und Beratungen auch, wie. Lassen Sie sich überraschen!


Skandal beim Bundesfinanzhof: Arbeitszimmer-Entscheidung ignoriert die Wirtschaftsentwicklung

„Was ist ein häusliches Arbeitszimmer?“ Die Frage ist durchaus nicht nur rhetorisch. Denn all die Zehntausenden von Steuerzahlern, die sich während der vergangenen Jahrzehnte mit ihren Finanzämtern über ihr häusliches Arbeitszimmer gestritten haben, waren Angestellte und Selbstständige mit eigenen Unternehmen, die ihren Zweitarbeitsplatz in der Privatwohnung steuernsparend geltend machen wollten. Diesmal war es ein Immobilienverwalter, der seinen Streit bis zum Bundesfinanzhof austrug. Das Ergebnis: Wieder einmal hat es der Bundesfinanzhof unterlassen, zwischen dem „hauslichen Arbeitszimmer“ und dem einzigen Arbeitsplatz eines Freiberuflers oder eines Selbstständigen zu differenzieren.
„Der Steuerzahler kann nicht immer gewinnen“, tröstete der Präsident des Bundesfinanzhofes via Tagesschau. Es ist ein Skandal! Ich empfehle, auch weiterhin die vielen Arbeitsecken in Wohn- oder Schlafzimmern zumindest mit der 1.250-Euro-Pauschale beim Finanzamt geltend zu machen. Angesichts sinkender Einnahmen vieler kleiner Selbstständiger und steigender Wohnungskosten sendet dieses Urteil ein idiotisches Signal aus! Hier ist die Politik gefordert, endlich rechtssicher zwischen dem häuslichen Arbeitszimmer und dem einzig verfügbaren Arbeitsplatz zu unterscheiden!!


Sind wir zu blöd? Über die Unfähigkeit des Finanzamtes mit uns zu kommunizieren

Die Zahl der Selbstständigen – Einzelunternehmer wie Freiberufler – steigt. Ebenso die Zahl der Scheinarbeitsverhältnisse – inklusive der Fälle von Selbstausbeutung. Was läuft da bei den Steuerabrechnungen? Können „Selbstständige“ wirklich ihre Steuerbescheide lesen, können sie Einfluss nehmen – auch wenn sie sich den Steuerberater für Buchführung und Jahresabschluss nicht leisten können?

„Jeder Zweite versteht seinen Steuerbescheid nicht“, zitiert die Welt am Sonntag eine von ihr in bei der GfK in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage. Alle Versuche des Fiskus, einen Steuerbescheid zu schreiben, den auch der Durchschnittsbürger begreift, seien kläglich gescheitert. Und wie ist das bei den Gründern oder den Freien, die ich gerne als „Fiskal-Legastheniker“ einstufe? Eher schlechter vermute ich. Oder?   Weiterlesen:


Weniger Betrug bei den Tageszeitungen?

Pauschalist oder prekär angestellt – die Alternative von Pest und Cholera

„Warum sollte man einem Mitarbeiter, der zwei Jahre lang bewiesen hat, dass er mit 800 bis 1.000 Euro netto monatlich auskommen kann, anschließend mehr als 1.300 Euro netto zahlen? Diese zynische Überlegung trifft jedoch auf einen großen Teil der jungen Tageszeitungsjournalisten in NRW und nicht nur dort zu. Der Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) befindet sich mit seinem möglichen Ausstieg aus den Pauschalisten-Verträgen für junge Journalisten sehr im Gerede. Ich finde, zu Unrecht. Denn in Wahrheit befindet sich der Verlag in bester Gesellschaft. Und die Höhe der Vergütungen für Master-Absolventen mit drei bis fünf Praktika, mit abgeschlossenem Volontariat (oder einer Journalistenschule oder einem journalistischen Stipendiat) variiert nur wenig.   Weiterlesen:


Studium steuerlich absetzen?
Um die Möglichkeit, sein Studium als steuerlichen Verlust geltend zu machen, gibt es Jahren Streit. Jetzt ist die Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht gelandet. Wer während der vergangenen sieben Jahre sein Studium oder eine gleichwertige Ausbildung aufgenommen hat, sollte bei seinem Finanzamt einen Antrag auf Verlustfeststellung stellen und ggf. einen Einspruch gegen die Ablehnung einlegen und bis zur gerichtlichen Klärung warten, um ggf. von einer positiven Entscheidung profitieren zu können. (Aktenzeichen IX R 22/14)


Die begünstigte Sause mit Kollegen!!

Ausgerechnet ein Steuerberater war es, der zur bestandenen Prüfung Freunde, Kollegen und Mandanten zu einer ordentlichen Party einlud. Miete, Gastroleistungen, Einladungen und anderes rechnete er anschließend pro Kopf aus und wollte die „Kollegen- und Mandantenköpfe“ von seiner Einkommensteuer absetzen.

Sein Finanzamt wollte dies nicht. Der Bundesfinanzhof widersprach und erlaubte das Absetzen der Kosten für die Gäste, deren Einladung berufliche Gründe hatte.


Unfallschäden nur bei Dienstfahrt absetzbar
Für viele Freiberufler kann es sich als sehr vorteilhaft erweisen, den eigenen PKW ins Betriebsvermögen aufzunehmen. Kommt es jedoch zu einem Unfall, ist bei der steuerlichen Behandlung der Unfallkosten Vorsicht geboten: 
Wenn wir unseren PKW ins Betriebsvermögen aufgenommen haben, sind sämtliche mit dem Fahrzeug verbundenen Kosten Betriebsausgaben. Für unseren Privatanteil errechnen wir die 1%-Regelung.
Bei Unfallschäden jedoch, so teilte des das Bundesfinanzministerium mit, komme es darauf an, ob die Unfallfahrt eine Dienst- oder eine Privatfahrt war. Und weil Journalisten eigentlich immer „im Dienst“ sind, sollten wir auch diese Regelung achten.


Badezimmerkosten gehören zum Arbeitszimmer

Wir alle kennen die unterschiedlichen juristischen Positionen wenn es um unseren häuslichen Arbeitsplatz geht. Gibt es keinen anderen, gilt auch das häusliche Bad anteilig zum Arbeitszimmer. Im entschiedenen Fall fielen 8 % der Wohnfläche auf das Arbeitszimmer, folglich wurden 8% von ca. 30.000 € Umbaukosten des Bades abgesetzt. Vor dem Finanzgericht erfolgreich:

Finanzgericht Münster (Aktenzeichen 11 K 829/14 E).


Rückzahlungsbescheid über 5.500 Euro

„Wer bin ich?“ – ist für mich ein bisschen das Standardproblem etlicher Existenzgründer und junger Freiberufler. Ein Problem in den öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten – aber längst nicht nur dort. „Ja keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge“ – ist mein regelmäßiger Tipp für junge Kreative, die für ARD oder ZDF tätig werden. „Bin ich da angestellt? Oder „Rahmenverträgler oder Freier oder „fester Freier“ oder „Rechnungsschreiber“? – Möglichkeiten gibt es viele. Was also ist der Rat? Höchste Aufmerksamkeit bei allen, die zeitgleich Leistungen der Agentur für Arbeit (z.B. Gründungszuschuss) in Anspruch nehmen. Wenn während des Bezuges dieser Leistungen vom Sender auch nur ein Euro Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt wird, droht die Rückzahlung des kompletten Gründungszuschuss.


KSK gegen Energiewende

Wer dem Rat der Bundesregierung folgt und in alternative Energieerzeugung investiert, kann von derselben Bundesregierung bestraft und um die Hälfte seiner Sozialversicherungsbeiträge gebracht werden.

Und das geht so: Für Musiker, Schauspieler, Grafiker, Maler und Bildhauer sowie etliche andere Berufe gibt es das Künstlersozialversicherungsgesetz. Eine Pflichtversicherung in der Künstlersozialkasse (KSK). Der riesige Vorteil: Wer dort versichert ist, erhält einen Zuschuss von 50 Prozent auf seine Beiträge für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Wenn ein so Versicherter allerding in erneuerbare Energien investiert, kann er aus dieser Versicherung rausfliegen – ja sogar rückwirkend mit riesigen Rückzahlungen überzogen werden. Wie das kommt? Wer beispielsweise eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach montiert, rechnet die Erträge und Zuwendungen über seine Steuererklärung ab. Und über einen Miniatur-Gewerbebetrieb, den jeder „Energieerzeuger“ dazu anzumelden hat. Gewerbe und KSK-versichert aber geht nicht. Eine absurde Situation für die davon Betroffenen.
Hier der Beispielfall:


Mehr als eine halbe Million Euro Umsatz?
Wer bisher an der Buchführungsgrenze von 500.000 und/oder der Gewinngrenze von 50.000 Euro kratzte, darf ein wenig aufatmen. Im Sommer 2015 haben Bundestag und Bundesrat beschlossen, diese Grenzen auf 600.000 Euro beim Umsatz und 60.000 Euro beim Gewinn anzuheben. Dahinter steckt die Verpflichtung zur „doppelten Buchführung“ und zur Vorlage einer Bilanz.


Alle Verträge vorlegen?
Wer mit dem Antrag zur Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) einen Pauschalistenvertrag einreicht, jedoch keine weitere Nachweise einer freiberuflichen Tätigkeit, belastet sich automatisch und wird zumeist als „arbeitnehmer-ähnlicher Freier“ eingestuft.
Wenn der KSK keine weiteren Nachweise (was zum Start bei den allermeisten wirklich Freien ja auch noch gar nicht geht) kann die KSK dem vermeindlichen Scheinselbstständigkeit-Arbeitgeber schon mal zu einer Sozialversicherungsprüfung verhelfen. Sie KSK selbst kann diese Prüfung nicht durchführen sondern muss die Entscheidung letztlich den Krankenkassen überlassen.