Kurznachrichten

Anhebung der Kleinunternehmergrenze 2020

Bisher konnte sich als Kleinunternehmer fühlen, wer im Vorjahr über nicht mehr als 17.500 Euro Honorareinnahmen verfügte und im laufenden Jahr die 50.000 Euro-Grenze nicht überschreitet. Nach sehr langer Zeit ist diese Regelung nun verändert. Mit Beginn des Steuerjahres 2020 gilt, dass die umsatzsteuerliche Grenze auf 22.000 Euro abgehoben wird.

Kleinunternehmer stellen ihren Auftraggebern keine Mehrwertsteuer in Rechnung, können aber auch keine Mehrwertsteuer (sogenannte Vorsteuer) auf ihre Betriebsausgaben geltend machen. Ist das sinnvoll? Mehr dazu im Kapitel Steuern.


Verpflegungsmehraufwendungen 2020

Freie, die mehr als acht Stunden beruflich auswärtig tätig sind, können ab 2020 eine höhere Verpflegungskostenpauschale geltend machen. Künftig sind es 14 Euro statt wie zuvor 12 Euro. Dies gilt auch bei mehrtägigen Reisen für den An- und Abreisetag. Bei einer Abwesenheit von mindestens 24 Stunden erhöht sich der Satz auf 28 Euro (zuvor 24 Euro). Für längere und weitere Reisen (Ausland) gelten spezielle Regeln. Verpflegungsmehraufwendungen werden am sinnhaftesten in einer Jahresendbuchung (Konto 4674 – Reisekosten Unternehmer – Verpflegungsmehraufwand) erfasst.


Erhöhte steuerliche Freigrenzen 2020

Der steuerliche Freibetrag steigt für Alleinstehende auf 9.408 Euro, für Ehepaare auf 18.816 Euro und für Kinder auf 5.172 Euro. Auf diesen Teil des Einkommens muss keine Einkommensteuer gezahlt werden.

Das sogenannte „sächliche Existenzminimum“ erhöht sich für Alleinstehende zum 1. Januar 2020 auf 9.408 Euro, für Ehepaare auf 15.540 und für Kinder auf 5.004 Euro. Zur Erläuterung: Das einkommensteuerliche Existenzminimum darf nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht geringer sein als das sozialhilferechtlich definierte sogenannte „sächliche Existenzminimum“, das für alle Steuerpflichtigen in voller Höhe von der Einkommensteuer freizustellen ist.


Renten- und Arbeitslosenversicherung 2020

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt 2020 im Westen von 6.700 auf 6.900 Euro Brutto-Monatseinkommen (neuer Jahreswert: 82.800 Euro), im Osten von 6.150 auf 6.450 Euro (Jahreswert: 77.400 Euro). Sozialbeiträge werden nur auf Einkommen bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhoben, darüber liegende Einkünfte sind somit beitragsfrei.

Kranken- und Pflegeversicherung 2020

Achtung: Wer bis zu 1.142 Euro pro Monat verdient, muss in der Regel nur noch einen Beitrag von 171 Euro pro Monat zahlen.

Auch bei der Kranken- und Pflegeversicherung gibt es 2020 einen Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze. Sie steigt von derzeit 4.537,50 auf 4.687,50 Euro Monatseinkommen (Jahreswert: 56.250 Euro). Hier gilt für ganz Deutschland ein einheitlicher Wert. Die Versicherungspflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 5.062,50 auf 5.212,50 Euro (Jahreswert: 62.550 Euro). Wer mit seinem Einkommen über der Pflichtgrenze liegt, kann sich statt in einer gesetzlichen Krankenkasse auch in einer privaten Kasse versichern. Für alle, deren Einkommen unter den jeweiligen Grenzwerten liegt, ändert sich durch deren Anhebung nichts. In der Künstlersozialkasse ist ein Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung grundlegend möglich.


Dienst­wagen

Freie, die einen Elektro- oder Hybrid­dienst­wagen auch privat nutzen, müssen bis Ende 2030 nur die Hälfte des geld­werten Vorteils (z.B. 1-Prozent-Regelung) versteuern müssen.

Dienst­rad

Auch das Dienst­rad, das der Arbeit­geber zusätzlich zum regulären Gehalt spendiert, soll bis Ende 2030 statt bis 2021 steuerfrei bleiben.


Und das auch noch: „Kassenbon-Pflicht“

Ab Januar 2020 soll nichts mehr ohne Kassenbon über die Theke gehen. Grundlage ist das „Gesetz zum Schutz vor Manipulation an digitalen Grundaufzeichnungen“. Demnach muss jeder Käufer einen steuerlich nachprüfbaren Beleg erhalten. Bei Verstoß droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro. Verkäufer auf Volksfesten oder Sportveranstaltungen können sich auf Antrag beim Finanzamt von der Bon-Pflicht befreien lassen. Gleichzeitig ist ab dem 2. Januar 2020 die Verwendung von Bisphenol A als Farbentwickler in Thermopapier von Bonrollen aus Gründen des Gesundheitsschutzes verboten.


7% MWSt. für elektronische Veröffentlichungen

In Brüssel ist die politisiche Entscheidung getroffen worden, zukünftig auch für eBooks, E-Paper und andere elektronische Veröffentlichungen den reduzierten Mehrwertsteuersatz in Anrechnung zu bringen. Wann dies in Deutschland in Kraft treten wird, ist noch nicht bekannt. Bundesfinanziminister Scholz hat mitgeteilt, dass die Regelung umgehend in Kraft treten soll. Derzeit wird mit dem 1. Januar 2019 als Startdatum gerechnet.

Die dann 7-prozentige Mehrwertsteuer betifft dann neben allen eBooks auch ePaper von Zeitungen und Zeitschriften sowie Blogs oder andere kostenpflichtige Online-Veröffentlichungen.


GoBD – das Kürzer für Ihre Buchführungs-Kopfschmerzen!

Wissen Sie, wie Sie die per pdf übermittelte Rechnung Ihres Telefonproviders „revisionssicher“ machen? Sollten Sie als Freiberufler aber. Denn seit Anfang dieses Jahres ist die Übergangsfrist für die „Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ abgelaufen. Das dazu gehörige Kürzel GoBD macht die Sache nicht sympathischer und lässt vermuten, dass es Bürokraten waren, die sich das Ganze haben einfallen lassen.

Was da außer Ratlosigkeit noch bleibt, sind Informationen. Zum Beispiel von mir. Mit der Hoffnung, trotz dieser neuen Hürden die monatliche Auseinandersetzung mit dem Thema Freiberuflichkeit auf ein Minimum von nicht mehr als eine halbe Stunde zu reduzieren. Geht nicht? Doch! Und ich berichte in meinen Seminaren, Workshops und Beratungen auch, wie. Lassen Sie sich überraschen!


Studium steuerlich absetzen?
Um die Möglichkeit, sein Studium als steuerlichen Verlust geltend zu machen, gibt es Jahren Streit. Jetzt ist die Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht gelandet. Wer während der vergangenen sieben Jahre sein Studium oder eine gleichwertige Ausbildung aufgenommen hat, sollte bei seinem Finanzamt einen Antrag auf Verlustfeststellung stellen und ggf. einen Einspruch gegen die Ablehnung einlegen und bis zur gerichtlichen Klärung warten, um ggf. von einer positiven Entscheidung profitieren zu können. (Aktenzeichen IX R 22/14)


Die begünstigte Sause mit Kollegen!!

Ausgerechnet ein Steuerberater war es, der zur bestandenen Prüfung Freunde, Kollegen und Mandanten zu einer ordentlichen Party einlud. Miete, Gastroleistungen, Einladungen und anderes rechnete er anschließend pro Kopf aus und wollte die „Kollegen- und Mandantenköpfe“ von seiner Einkommensteuer absetzen.

Sein Finanzamt wollte dies nicht. Der Bundesfinanzhof widersprach und erlaubte das Absetzen der Kosten für die Gäste, deren Einladung berufliche Gründe hatte.


Unfallschäden nur bei Dienstfahrt absetzbar
Für viele Freiberufler kann es sich als sehr vorteilhaft erweisen, den eigenen PKW ins Betriebsvermögen aufzunehmen. Kommt es jedoch zu einem Unfall, ist bei der steuerlichen Behandlung der Unfallkosten Vorsicht geboten: 
Wenn wir unseren PKW ins Betriebsvermögen aufgenommen haben, sind sämtliche mit dem Fahrzeug verbundenen Kosten Betriebsausgaben. Für unseren Privatanteil errechnen wir die 1%-Regelung.
Bei Unfallschäden jedoch, so teilte des das Bundesfinanzministerium mit, komme es darauf an, ob die Unfallfahrt eine Dienst- oder eine Privatfahrt war. Und weil Journalisten eigentlich immer „im Dienst“ sind, sollten wir auf diese Regelung achten.


Badezimmerkosten gehören zum Arbeitszimmer

Wir alle kennen die unterschiedlichen juristischen Positionen wenn es um unseren häuslichen Arbeitsplatz geht. Gibt es keinen anderen, gilt auch das häusliche Bad anteilig zum Arbeitszimmer. Im entschiedenen Fall fielen 8 % der Wohnfläche auf das Arbeitszimmer, folglich wurden 8% von ca. 30.000 € Umbaukosten des Bades abgesetzt. Vor dem Finanzgericht erfolgreich:

Finanzgericht Münster (Aktenzeichen 11 K 829/14 E).


Rückzahlungsbescheid über 5.500 Euro

„Wer bin ich?“ – ist für mich ein bisschen das Standardproblem etlicher Existenzgründer und junger Freiberufler. Ein Problem in den öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten – aber längst nicht nur dort. „Ja keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge“ – ist mein regelmäßiger Tipp für junge Kreative, die für ARD oder ZDF tätig werden. „Bin ich da angestellt? Oder „Rahmenverträgler oder Freier oder „fester Freier“ oder „Rechnungsschreiber“? – Möglichkeiten gibt es viele. Was also ist der Rat? Höchste Aufmerksamkeit bei allen, die zeitgleich Leistungen der Agentur für Arbeit (z.B. Gründungszuschuss) in Anspruch nehmen. Wenn während des Bezuges dieser Leistungen vom Sender auch nur ein Euro Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt wird, droht die Rückzahlung des kompletten Gründungszuschuss.


Mehr als eine halbe Million Euro Umsatz?
Wer bisher an der Buchführungsgrenze von 500.000 und/oder der Gewinngrenze von 50.000 Euro kratzte, darf ein wenig aufatmen. Im Sommer 2015 haben Bundestag und Bundesrat beschlossen, diese Grenzen auf 600.000 Euro beim Umsatz und 60.000 Euro beim Gewinn anzuheben. Dahinter steckt die Verpflichtung zur „doppelten Buchführung“ und zur Vorlage einer Bilanz.


Alle Verträge vorlegen?
Wer mit dem Antrag zur Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) einen Pauschalistenvertrag einreicht, jedoch keine weitere Nachweise einer freiberuflichen Tätigkeit, belastet sich automatisch und wird zumeist als „arbeitnehmer-ähnlicher Freier“ eingestuft.
Wenn der KSK keine weiteren Nachweise (was zum Start bei den allermeisten wirklich Freien ja auch noch gar nicht geht) kann die KSK dem vermeindlichen Scheinselbstständigkeit-Arbeitgeber schon mal zu einer Sozialversicherungsprüfung verhelfen. Sie KSK selbst kann diese Prüfung nicht durchführen sondern muss die Entscheidung letztlich den Krankenkassen überlassen.