Gründungszuschuss

Eine kurze Recherche, zum Beispiel auf den Websites des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt, dass Existenzgründungshilfen in beinahe allen Fällen aus Finanzierungsangeboten und Beratungszuschüssen bestehen. Für alle, die keinen Kredit benötigen oder wollen und den Aufwand für Beratung überschaubar halten müssen, bleibt eigentlich nur der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit. Doch um den zu erhalten, sind einige Klippen zu umschiffen:

„Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung der aktiven Arbeitsförderung, auf die kein Rechtsanspruch besteht“, heißt es bei der Agentur für Arbeit. Damit ist eigentlich alles gesagt – „Ermessensleistung“. Die Berater müssen wollen …

Dazu gehören diese Unterlagen:
1. Das 6-seitige Formular der Agentur für Arbeit (direkt vom Berater)
2. Der Businessplan
3. Die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau
4. Ein tabellarischer Lebenslauf
5. Der Nachweis einer Existenzgründungsberatung
6. Die fachkundige Stellungnahme
7. Eine Anmelde-Bestätigung des Finanzamtes
8. Nach ca. 6 Monaten: Folgeantrag für Sozialversicherungskostenzuschuss

Außerdem ist im Zuge der Beantragung auch ein Antrag auf ALG I auszufüllen. Da der Gründerzuschuss nur aus der Arbeitslosigkeit heraus zu genehmigen ist, ist mindestens ein Tag Arbeitslosigkeit zwischen dem Angestelltenverhältnis und der Selbstständigkeit verpflichtend.
Keine Scheu: Alle müssen sich arbeitslos melden, wenn es auch nur für 24 Stunden ist. Außerdem ist die Berechnung des ALG I durch die Leistungsabteilung der Arbeitsagentur auch wichtig, um die Höhe des Gründerzuschusses zu ermitteln.
Um überhaupt den Gründungszuschuss-Antrag stellen zu können, ist ein Restanspruch von 150 Tagen ALG I Voraussetzung.

Die Leistungen:
Es gibt sechs Monate lang das ALG I – jeweils plus 300 Euro Sozialversicherungskostenzuschuss und danach noch 2700 Euro Sozialversicherungskostenzuschuss, verteilt auf neun Monate.
Hier der Link zur Selbstberechnung des ALG I, das beim Gründungszuschuss für sechs Monate (jeweils plus 300 Euro Sozialversicherungskostenzuschuss) ausgezahlt wird.

Mein Zahlenbeispiel:
Erwin Musterfrei bezog während der vergangenen 12 Monate als angestellter Redakteur ein durchschnittliches Monatsbrutto (inkl. des 13. Gehaltes) von 3.500 Euro. Nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge sowie der Steuern verblieb ihm ein Netto von 2.093,37. Wegen der etwas anderen Rechnungswege bei der Agentur für Arbeit – sie legt für die Sozialversicherung eine gerundete Pauschale zugrunde – beträgt das 60-prozentige Arbeitslosengeld I genau 1.257,60 Euro. Das ist etwa 1,50 Euro mehr, als die exakten 60 Prozent vom Nettogehalt. Auf das ALG I werden die 300 Euro Sozialversicherungszuschuss draufgerechnet. Das ergibt 1.557,60 für sechs Monate – insgesamt 9.345,60 Euro. Wenn genehmigt, gibt es danach noch einmal für 9 Monate jeweils die 300 Euro – also 2.700 Euro. Macht insgesamt für den Gründerzuschuss in diesem Beispiel 12.045,60 Euro.

Hier biete ich für Medienschaffende die von der Arbeitsagentur geforderte fachkundige Stellungnahme oder die Gründungsberatung als kostenpflichtige Beratungsleistung an.