Sozialversichert ohne KSK

Seit 2009 gibt es auch für Selbstständige eine allgemeine Pflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung. Allein die sehr empfohlenen Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung sind freiwillig (mit Ausnahme der KSK-Zielgruppe). Wer also gewerblich tätig ist oder freiberuflich außerhalb der Künstlersozialkasse (KSK), der muss sich selbst privat oder gesetzlich kranken- und pflegeversichern.
Fast immer sind diese Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge höher als die bei den KSK-Versicherten. Das hängt mit dem „Bemessungswert für den Mindestbeitrag“ bei den Kassen zusammen. Der liegt in der Krankenversicherung für hauptberuflich Selbstständige bei derzeit 2.126,25 Euro und damit einem Mindestmonatsbeitrag für Selbstständige (ohne Anspruch auf Krankengeld) von rund 300 Euro. Grundlage im Jahr der Gründung sind die (oft sehr willkürlich festgelegten) Beitragswünsche der Kassen. Nach dem Vorliegen des ersten Einkommensteuerbescheides in der Selbstständigkeit wird dieser zugrunde gelegt.
Eine Vereinbarung mit der Krankenkasse über die Zahlung von Krankengeld (zum Beispiel ab dem 15. Tag der Krankheit) ist allen Selbstständigen – auch den über die KSK-Versicherten – sehr empfohlen.
Für die Pflegeversicherung der Selbstständigen gilt, dass sie dort abgeschlossen werden muss, wo auch die Krankenversicherung abgeschlossen wurde.
Bei der Rentenversicherung können Selbstständige zwischen der „Rentenversicherungspflicht auf Antrag“ und der „freiwilligen Rentenversicherung für Selbstständige“ wählen. Bei der Rentenversicherungspflicht auf Antrag orientieren sich die Beiträge am tatsächlichen Einkommen, bei der freiwilligen Rentenversicherung können Selbstständige ihre Beiträge frei wählen. Der monatliche Mindestbeitrag liegt in diesem Fall bei 84,15 Euro, der Höchstbeitrag bei 1.131,35 Euro.