Unsere Rechte und die der anderen

Unser „geistiges Eigentum“ – was gehört uns da?

Das Urheberrechtsgesetz ist in seinem § 12 („Veröffentlichungsrecht“) ganz eindeutig: „Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.“ Dieses Recht wird auch das „geistige Eigentum“ genannt. Das Besondere daran ist, dass es „unveräußerbar“ ist. Wir können es nicht verkaufen, selbst wenn wir wollten.

Was bedeutet das für nun unsere Arbeit – für Texte und Illustrationen? Wir können ausschließlich Nutzungsrechte vergeben. Wir können also jemandem erlauben, unsere Arbeiten zu veröffentlichten – entweder gegen Honorar oder auch umsonst. Das ist unsere Entscheidung.

Unsere Entscheidung ist auch, welche Nutzungsrechte wir „einräumen“ – also demjenigen, der veröffentlicht, erlauben. Zum Beispiel ein „einfaches Nutzungsrecht“. Das ist etwa eine Veröffentlichung in der Zeitung – oder in einem Onlinemedium. Weitergehende Rechte müssen schriftlich beschrieben sein. Aber nicht immer in einer Vereinbarung mit uns.

Es reicht auch die Niederlegung in sogenannten „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ (AGB). Und spätestens dort finden wir dann etwas, was branchenintern „Total-Buy-Out-Verträge“ genannt wird. Wenn wir die bei unseren Auftraggebern gelesen haben wissen wir, dass wir eigentlich überhaupt über keine Nutzungsrechte mehr an unserem „Werk“ – also an unserem Manuskript, am Foto, dem individuellen Web-Design (mit „eigenschöpferischen Anteil“) oder einer Grafik verfügen. Bis zu dem Recht, alles in Hollywood zu verfilmen. Unsere Unterschrift ist dazu nicht nötig. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass wir uns selbstverständlich bei unserem Auftraggeber selbst kundig machen und dessen AGB gelesen haben.

Müssen wir eigene AGB haben?

Im Prinzip ja! Die hebeln nicht die AGB unserer Auftraggeber aus. Sie verhindern aber, dass wir uns unmittelbar ins Unrecht setzen. Wenn zwei unterschiedliche AGB-Paragraphen aufeinander prallen, müssen sich Juristen darüber Gedanken machen. Und dieser Vorgang verhindert, dass wir unmittelbar über den Tisch gezogen werden können.

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