Wer ist ein Journalist?

Oder erst einmal so: Wann findet Journalismus statt? Da bieten sich eine eher historische sowie eine umgangssprachliche Definition an:

  1. Eine publizistische (schriftstellerische) Tätigkeit liegt immer vor, wenn eigene Gedanken mit den Mitteln der Sprache schriftlich für die Öffentlichkeit niedergelegt werden. Oder
  2. Sprachlich etwas aktueller: Wenn der Autor von Texten oder Fotos Nutzungsrechte an ein Medium überträgt.

Entscheidend ist, dass das Werk einen großen selbstschöpferischen Anteil hat, also meine Gedanken, Formulierungen, Fotos, gestalteten Illustrationen – und dass es veröffentlicht wird.

Und wie erreiche ich „die Öffentlichkeit“? Durch Medien. Und deren Definition findet sich bei den sogenannten „Begriffsbestimmungen“ im § 7 der Pressegesetze, die in der Bundesrepublik föderal, also nach Bundesländern geordnet sind. Dort heißt es:

Periodische Druckwerke sind Zeitungen, Zeitschriften und andere Druckwerke, die in ständiger, wenn auch unregelmäßiger Folge und im Abstand von nicht mehr als sechs Monaten erscheinen.

Ein wenig deutlicher: Was unter einem gleichen Titel häufiger als zweimal jährlich erscheint, ist ein Medium.

Und online? Sind meine Website oder mein Blog ein „Telemedium“?

Das Telemediengesetz sowie die Ausführungen dazu trennen hier ziemlich deutlich:

Im Bereich der elektronischen Presse gelten für Telemedien mit journalistisch-redaktionell gestalteten Angeboten bestimmte Anforderungen, z.B. Sorgfaltspflichten (§ 55 RStV) und ggf. die Pflicht zur Aufnahme einer Gegendarstellung (§ 56 RStV). Die Unterscheidung der Telemedien mit journalistisch-redaktionellen Angeboten von sonstigen Internetdiensten ist in der Fachliteratur umstritten. Teilweise werden dazu die früheren Abgrenzungskriterien zwischen Mediendiensten und Telediensten entsprechend herangezogen.

 

Grundlegend gilt:

Wer seine Texte, Fotos oder Illustrationen in einem Medium veröffentlicht, ist ein Journalist. Wichtige Interpretationen dieser Regel kommen von der Künstlersozialkasse und von unserem Finanzamt. Die beiden müssen uns das abnehmen. Und dann sind wir Journalisten.

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