Offiziell „frei“ zu werden, beginnt ab jetzt online und bei „Elster“!

Ich vermute, es war das letzte richtige Formular, das wir Freien für unsere Steuern und überhaupt für unsere Beziehung zum Finanzamt nutzen mussten. Ebenso wie die Steuererklärung über das Online-Portal der Finanzbehörden ist nun auch das Formular – immerhin schon am Bildschirm ausfüllbar – für unseren Start in die Freiberuflichkeit Geschichte. Ebenso wie unsere Umsatzsteuervorauszahlungen sowie die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und natürlich unsere Einkommensteueererklärung – alles ist ab sofort alles online auszufüllen und über elster.de an die Finanzbehörde zu übertragen.

„Die Auskünfte im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung sind grundsätzlich elektronisch nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über die amtlich bestimmte Schnittstelle zu übermitteln“, teilt die Finanzbehörde mit. Und der Inhalt des Formulars zur Freiberuflichkeit ist eben davon betroffen. Vor das Ausfüllen des Online-Formulars hat die Finanzverwaltung jedoch nun Elster.de – und damit die Registrierung in dem Portal gesetzt. Wer es also ein bisschen eilig hat und seine Funktion als Existenzgründer etwa gegenüber der Arbeitsagentur nachweisen muss, um einen Gründerzuschuss zu beantragen, dem ist diese Registrierung als allerertes sehr zu empfehlen. Um an die Login-Daten zu kommen (die dem Antragssteller per „Papierpost“ zugesandt werden, was schon mal etwas länger dauern kann. Erst dann kann online die Zertifikatsdatei gebildet werden und erst danach ist die steuerliche Anmeldung der Freiberuflichkeit vorgenommen werden.

Zusammengefasst: Erst einmal bei elster.de registrieren, dann auf die Aktivierungsdaten aus dem Briefkasten warten, dann das Zertifikat herunterladen und schließlich bei elster.de mithilfe der Zertifikatsdatei einloggen. Wer beispielweise mit seinem Partner oder seiner Partnerin gemeinsam veranlagt wird, kann auch dafür das gemeinsame Elster-Konto nutzen.

Nun kann die Steuernummer für die Freiberuflichkeit beantragt werden. Wer noch keine besitzt, nimmt die Identifikationsnummer,  die wir alle besitzen sollen und die vom Wechsel des Wohnortes unabhängig ist. Insgesamt sind es 21 Seiten, die auszufüllen sind. Am Beginn stehen die Personendaten, ob wir einen Steuerberater beschäftigen, unser angestrebter beruflicher Status und, bitte, dass wir FREIBERUFLER sein wollen. Das ist für die Finanzämter nicht so immer so ganz klar! Meistens liegt das an den Antragstellern, die mit diesen Infos nicht so richtig umgehen können. Überhaupt sollte die Freiberuflichkeit zur Sicherheit häufiger vorkommen!

Bei unseren Angaben zur Höhe der Einkommensteuer-Vorauszahlungen sollten wir nicht allzu euphorisch sein, die erste Rechnung kann durchaus bereits nach wenigen Tagen mit begrenzte Zahlungsfristen bei uns eintreffen. Wichtig: es gibt sehr viele Fragen, die wir nicht ausfüllen können und auch nicht müssen.