Steueranmeldungen und Steuererklärungen

Der Eindruck, dass uns erst das Finanzamt die Nachweise unserer Einnahmen und Ausgaben erschwert, ist sicher nicht ganz falsch (Bespiel: Was sind „Einkünfte“?).  Dabei haben uns die angebotenen Software-Programme einen ganz neuen und vor allem einfachen Zugang zu den Formularen der Steuerabrechnung eröffnet.

Die Beispiele: Ich sehe auf meinem Bankkonto eine Honorareinnahme von 1.000 Euro und buche anschließend die Honorareinnahme von 1.000 Euro in meinem Buchführungsprogramm. Weil es sich um einen Medienumsatz handelt, klicke ich auf 7-Prozent-MWSt. Das ist alles. Bei der Ausgabe ist es ähnlich. Ich erhalte die Abrechnung von meinem Smartphone-Provider und buche den Rechnungsbetrag und klicke auf 19-Prozent-MWSt.

Was bleibt jetzt noch? Die Abrechnung der Mehrwertsteuer. Dazu erstellen wir (halbautomatisch) eine „Umsatzsteuervoranmeldung“. Dazu klicke ich in meinem Programm auf die Steueranmeldungen, dann auf die Umsatzsteuervoranmeldung und den entsprechenden Monat und danach auf senden und starte damit die Übertragung dieser Abrechnung per ELSTER an mein Finanzamt. Für die „Umsatzsteuererklärung“ – also die Komplettabrechnung der Mehrwertsteuer fürs Finanzamt – gilt der gleiche Weg.

Den steuerlichen Schlussstrich unter unser freiberufliches Jahr nennt das Finanzamt „Erklärung“. Das gilt für die Umsatzsteuererklärung genauso, wie für die Anlage EÜR – quasi unsere beiden Jahresabschlüsse. Auch sie sind in wenigen Minuten sendebereit!

Damit hat es sich mit der Abrechnung unserer beruflichen Einnahmen und Ausgaben. In die Einkommensteuererklärung – also unsere Privatangelegenheit – kommen nur noch die wirklich privaten Zahlen. Neben dem Gewinn aus unserer freiberuflichen Tätigkeit sind dies beispielsweise die Einnahmen aus Kapitalerträgen, Aufwandsentschädigungen z.B. im Sportverein, aus Gewerbebetrieben, Renten oder Vermietungserlösen.

Zu den Ausgaben dort gehören (ganz wenige) Werbungskosten, weil diese Kosten beim Freiberufler schon durch die Betriebsausgaben in unserer Buchführung abgedeckt sind.

„Werbungskosten“ haben ihren Namen daher, dass Angestellte dort die Kosten für die Ausgaben eintragen, die im Zusammenhang mit ihrer „Erwerbstätigkeit“ standen. Also beispielweise die dienstlichen Kilometer, der Einsatz des privaten Rechners im Interesse des Arbeitgebers oder Kosten für Fortbildung, Berufskleidung oder ähnliches.

Was die Einkommensteuererklärung angeht, so empfehle ich die entsprechende Software. Die beginnen bei 4,95 Euro beim Discounter und enden bei 80 Euro aus spezialisierten Softwarehäusern. Einen qualitativen Unterschied zwischen den Anbietern konnte ich bei Erklärungen für Normalverdiener nicht feststellen.

 

GoBD – das Kürzel für Kopfschmerzen?

Dass mit der Unschuldsvermutung in unserem Rechtsstaat scheint nicht bei jedem Finanzbeamten so richtig angekommen zu sein. „Die halten jeden Bürger für einen Steuerbetrüger!“ – urteilte selbst ein erfahrener Steuerberater nach den Steuerprüfungen seiner vorwiegend mittelständischen Mandanten. Einfach nur ehrlich ist offenbar schwierig. Und so baut die Finanzverwaltung eine Hürde nach der anderen auf, die auch dem ehrlichen Steuerzahler das Leben schwermacht. Ein gutes Beispiel dafür heißt GoBD. Das Kürzel steht für die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“. Das klingt sehr groß und ist es auch. Dabei ist der Anspruch durchaus nachvollziehbar. Die Finanzbehörden wissen natürlich auch, dass man pdf-Dateien ändern, Datensicherungen mit neuem Systemdatum abspeichern und elektronische Buchführungen nachträglich korrigieren kann. Also: Kontrolle muss her!

 

Zu den GoBD-Erläuterungen: