Die Mehrwertsteuer

Jeder kennt die Mehrwertsteuer. Wir sehen sie auf jedem Kassenzettel. Dennoch fehlt vielen neuen Freiberuflern der Durchblick; denn was gut und wichtig, nebensächlich oder nicht erlaubt ist, wenn es um die Mehrwertsteuer (MwSt.) geht, bleibt oft im Dunklen. Nachfolgend der Versuch einer schlichten und leicht nachvollziehbaren Erläuterung.

Wer selbstständig (freiberuflich) tätig ist, blickt mit besonderer Aufmerksamkeit auf die MwSt. Für Freiberufler gibt es zwei Möglichkeiten im Zusammenhang mit der MwSt.

  1. Man ist ein Kleinunternehmer. Das ist kein „kleiner Unternehmer“, sondern ein Unternehmer, der seinen Auftraggebern keine MwSt. in Rechnung stellen muss. Im Gegenzug fehlt dem Kleinunternehmer jedoch auch die Möglichkeit, die Mehrwertsteuer aus seinen Betriebsausgaben herauszurechnen. Ab 2020 liegt die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer bei 22.000 Euro Jahrumsatz.
  2. Man gehört zu den „Vorsteuerabzugsberechtigten“. Das heißt nichts anderes, als dass wir unseren Auftraggebern zusätzlich zum vereinbarten Honorar MwSt. in Rechnung stellen und bei den Betriebsausgaben die Mehrwertsteuer herausgerechnet werden kann.

 

Das Beispiel:

Der Kleinunternehmer bekommt 1.000 Euro Honorar und verfügt über berufliche Ausgaben in Höhe von 250 Euro. In die Gewinnberechnung des Freien fließen danach also 750 Euro ein.

Der Vorsteuerabzugsberechtigte berechnet aufs Honorar für sein Manuskript 7 Prozent MwSt. – erhält insgesamt also 1.070 Euro, die als Einnahme verbucht werden. Bei der Mehrwertsteuerberechnung stellt man die eingenommenen 70 Euro MwSt. gegen die in den Ausgaben enthaltenen 40 Euro Mehrwertsteuer (die sog. „Vorsteuer). Von der eingenommenen MwSt. von 70 Euro dürfen wir nämlich die in den Ausgaben enthaltene MwSt. in Höhe von 40 Euro abziehen. Die Differenz von 30 Euro wird dem Finanzamt überwiesen. In die Gewinnberechnung fließen 790 Euro, also 40 Euro mehr als beim Kleinunternehmer. Kommt es zu einer negativen MwSt.-Bilanz, erstattet das Finanzamt im Monat der Abrechnung die Differenz.

Mehrwertsteuer zu berechnen ist kein Mehraufwand. Ob wir 1.000 Euro Honorar in unserem Buchführungsprogramm eintippen oder 1.070 ist kein Mehraufwand. Und bei den Ausgaben ist es ebenso. Wir buchen stets „brutto“, das heißt inklusive Mehrwertsteuer! Und den monatlichen „Mehrwertsteuer-Abschluss“, unsere „Umsatzsteuervorauszahlung“, erzeugt unser Programm mit wenigen Mausklicks automatisch. Also spricht so gut wie nichts dafür, ein Kleinunternehmer zu sein.

Ausnahmen im Journalistischen bilden allein geringverdienende Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Anstalten. Diese Anstalten übernehmen nämlich nicht, wie jedes andere Unternehmen, die Erstattung der MwSt.

 

Kleinunternehmerregelung

Vereinfachungsregelung im Umsatzsteuerrecht

Die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG ist eine Vereinfachungsregelung im Umsatzsteuerrecht, die Unternehmern mit niedrigen Umsätzen ein Wahlrecht gewährt, weitgehend wie Nichtunternehmer behandelt zu werden.

Der Kleinunternehmer unterliegt dennoch dem Umsatzsteuergesetz; insoweit entsteht (§ 38 AO) auch die Umsatzsteuer, allerdings wird die Steuer durch das Finanzamt nicht erhoben (§ 218 ff. AO).

Im Wesentlichen können Kleinunternehmer daher auf den Ausweis und die Abführung von Umsatzsteuer verzichten, sind dann aber auch vom Vorsteuerabzug aus Rechnungen anderer Unternehmer ausgeschlossen.
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